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RISIKO UND WERTBEITRAG

Was kostet ein IT-Ausfall wirklich?

Eine belastbare Ausfallrechnung beginnt bei den betroffenen Abläufen. Sie berücksichtigt Stillstand, Wiederanlauf und Nacharbeit – und vermeidet doppelt gezählte Schäden.

Die kurze Antwort

Die Kosten eines IT-Ausfalls ergeben sich aus dem wirtschaftlichen Schaden in den betroffenen Prozessen: verlorener Deckungsbeitrag, unproduktive Kapazität, Wiederherstellung, Nacharbeit und mögliche Folgekosten. Einen allgemeingültigen Eurobetrag pro Stunde gibt es nicht. Derselbe Systemausfall kann je nach Zeitpunkt, Auslastung und Lieferverpflichtung sehr unterschiedlich wirken.

Welche Kosten gehören in die Rechnung?

Geschäftsführung, Controlling, Fachbereiche und IT sollten die Annahmen gemeinsam festhalten. Der Ausgangspunkt ist ein konkretes Szenario, etwa ein nicht verfügbares ERP während einer Produktionsschicht.

  1. Betroffene Abläufe: Welche Arbeit steht, welche kann weitergehen und welche lässt sich später nachholen?
  2. Wirtschaftlicher Verlust: Welche Aufträge oder Deckungsbeiträge gehen tatsächlich verloren? Umsatz allein beschreibt den Schaden nicht.
  3. Unproduktive Kapazität: Welche Personal-, Maschinen- oder sonstigen laufenden Kosten lassen sich dem Stillstand zurechnen?
  4. Wiederanlauf und Nacharbeit: Welche externen Leistungen, Überstunden, Prüfungen und zusätzlichen Logistikkosten entstehen?
  5. Folgen: Welche Vertragsfolgen, Lieferprobleme oder Kundenverluste sind im Szenario plausibel? Unsichere Beträge werden als Annahmen gekennzeichnet.

Was wird häufig doppelt gezählt?

Wenn ein Auftrag nachgeholt wird, ist sein Umsatz zunächst verschoben. Ihn vollständig als Verlust und zusätzlich die gesamte Nacharbeit anzusetzen, kann den Schaden überzeichnen. Auch ein entgangener Deckungsbeitrag und darin bereits berücksichtigte Kosten dürfen nicht erneut addiert werden. Bei ausgelasteter Produktion kann das Nachholen wiederum andere Aufträge verdrängen. Das Controlling muss die Abgrenzung prüfen.

Ein Beispiel aus der Praxis unserer vCIOs

Bei einem industriellen Mittelständler wurde ein Ausfalltag mit rund 96.000 € beziffert. Die Rechnung bezog weiterlaufende Kosten wie Löhne, Maschinen und Lieferzusagen ein. Damit wurde die Investition in eine ausfallsicherere Umgebung zu einer kaufmännischen Entscheidung. Der Betrag beschreibt diesen einzelnen Fall; er ist kein Richtwert für andere Unternehmen.

Wann rechtfertigt das eine Investition?

Die Schadenshöhe allein reicht nicht aus. Entscheidend sind ebenso die Wahrscheinlichkeit, mögliche Ausfalldauer und die Frage, welchen Teil des Risikos eine Maßnahme tatsächlich reduziert. Verglichen werden Anschaffung und laufende Kosten der Maßnahme mit der erwarteten Risikominderung. Störungshistorie, technische Abhängigkeiten und erprobte Wiederherstellungszeiten helfen bei der Einschätzung.

Eine Investition unterhalb eines möglichen Tagesschadens ist deshalb noch kein automatischer Wirtschaftlichkeitsnachweis. Auch Restrisiken und alternative Maßnahmen gehören in die Entscheidung.

Was können Sie als Erstes klären?

Wählen Sie gemeinsam einen kritischen Prozess aus und beantworten Sie drei Fragen: Wie lange darf er stehen? Was kostet diese Unterbrechung? Wann wäre er nach einem Ausfall nachweislich wieder arbeitsfähig? Im Assessment werden die IT-Risiken in das Gesamtbild Ihrer IT eingeordnet.

Redaktionell aufbereitet aus den Kapiteln 3 und 8 von „IT entwickeln statt verwalten“ und dem StratITIQ-Leistungsmodell.

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